Musikverein Polch e.V.
Mehr als nur Musik

Konzert 2018


Kurzweilige Reise durch vielseitiges Amerika begeistert ausverkauftes Polcher Forum
Herbstkonzert des Musikverein Polch am 4. November erneut musikalisches Highlight auf dem Maifeld



Nur noch wenige Karten waren an der Abendkasse erhältlich. Mit kreativen Motivfotos im Vorfeld angelockt oder aufgrund der tollen Konzerte der vergangenen Jahre bereits zu Stammgästen geworden,- viele interessierte Gäste hatten sich die begehrten Tickets bereits im Vorverkauf gesichert. Ein liebevoll in Blau, Weiß und Rot geschmücktes Forum stimmte auf die Thematik des Abends ein: „Amerika“. Um 17 Uhr war es so weit. Ein mit über 500 Zuschauern ausverkaufter Saal wartete gespannt auf die ersten Töne eines Repertoires aus etlichen Genres der Musik. Doch zuvor wurde das Publikum vom bekennenden Fan und inzwischen traditionellen Moderator des Vereins Bernhard Wibben begrüßt. Mit viel Witz und Leidenschaft führte dieser durch den kurzweiligen Abend.
Der musikalische Leiter und kreative Arrangeur Jonas Häring und die 48 Musiker des Musikvereins eröffneten das Konzert mit dem dynamisch und intensiv vorgetragenen Stück „Conquest of Paradise“. Dieses beschreibt die Ankunft der Santa Maria in Amerika im Jahr 1492. Bereits in diesem Stück zeigte der Musikverein ein hohes Maß an Konzentration sowie musikalische Vielfalt inklusive stimmlicher Präsenz. Der Text aus dem gleichnamigen Film wurde auf melancholische und durchdringende Weise gesummt und gesungen. Intensiviert wurde der Hörgenuss durch eine stimmungsvolle professionelle Beleuchtung, die auch individuell den Charakter der anderen Stücke untermalte. Mit dem zweiten Stück „Dakota“ wurde ein anspruchsvolles fünfteiliges symphonisches Stück präsentiert. Die Melodien verzauberten die Zuhörer bei „Great Spirit“, nahmen sie mit zu einer bewegenden Büffeljagd, zum Gefühl von Einheit beim Rauchen der Friedenspfeife, einem mystischen Geistertanz und der schmerzvollen Schlacht am „WoundedKnee“. Die verschiedenen Takte und Rhythmen gab der erst zwölfjährige Schlagzeuger Elias Pinger präzise und sicher an.
Ein erneuter Sprung in der Historie der USA ließ die Geschichte von Romeo und Julia lebendig werden. Das von Shakespeares Handlungsmotiv inspirierte und in die Viertelgrenzen New Yorks transformierte Stück „West Side Story“ wurde als nächstes dargeboten. Mit einem zugleich kraft- und gefühlvollen Solo wusste Anne Diensberg das Publikum bei „One Hand, one Heart“ an der Klarinette zu verzaubern. Im Anschluss folgte „The Godfather“. Die bekannte Melodie aus dem Filmklassiker „Der Pate“ wurde vom Vorsitzenden und ersten Trompeter Florian Weber sicher und mit viel Emotion interpretiert und dargeboten. Der „Big Apple“ erbebte erneut im nächsten Stück. Kraftvoll und in voller Jazz-Manier wusste Michael Veit das Publikum mit dem Hit „New York, New York“ von Frank Sinatra in tiefen und hohen Lagen zu überzeugen.
Eigens für zwei Stücke verwendete und für viel Klang nach vorne sorgende Sousaphone erklangen zum Abschluss des ersten Teils beim dem bekannten Marsch „The Washington Post“ von John Sousa, bei dem tatsächlich die Post abging. So gingen die Zuhörer beschwingt in eine 20-minütige Pause, in der sie bestens an einer Hot-Dog Station sowie mit Donuts, Muffins, Popcorn und diversen Getränken verpflegt wurden.
Die zweite Hälfte eröffneten die Blues Brothers des Vereins Lukas Bierbrauer und Sebastian Schmitt. Wie einst Jake und Elwood wussten die beiden rhythmisch anheizend und spielerisch locker mit dem Publikum umzugehen. In Anlehnung an die 1980 erschienene kultige Filmkomödie „The Blues Brothers“ wurden die Maifelder Brothers nach dem Stück „Gimme Some Lovin‘“ mit diversen Dingen beworfen. Das Genre wurde gewechselt und die „Theme from Rawhide“ präsentiert. Eine instrumentale „Blues Brother Revue“ mit weiteren bekannten Stücken folgte und fand seinen Abschluss in dem erneut gesungenen und getanzten „Everybody needs Somebody“.
Nun wurde es wieder düsterer. Beim durchdringend und präzise dargebotenen Stück „Pirates of the Caribbean“ zeigte zunächst der erst elfjährige Lukas Däges eine gesanglicher Meisterleistung in voller Piratenmanier, von der sich weitere Musiker mitreißen ließen. In wilder Fahrt sowie mit dynamischer Präzision und Stärke folgten weitere klangliche Motive des Films. Windstärke 8 traf auf die voll gespannten Segelohren des Publikums.
Mit den beruhigend-naiven Klängen und dem pferdegangartig wiederkehrenden Rhythmusmotiv von „Die glorreichen Sieben“ konnten die Emotionen wieder eingefangen werden, bevor der Publikumsliebling des Vorjahres zu Gehör gebracht wurde: die Discoversion von „Star Wars“, in diesem Jahr zwar ohne Cantina Band, aber erneut mit viel Rhythmus und Schwung. Das für einen Musikverein ungewöhnlich rhythmisch verzahnte und eher für eine Big Band komponierte Stück „Birdland“ stellte mit dem mutigen und vielseitigen Solotrompeter Jan Wilhelmy den offiziellen Abschluss des Konzertes dar. Den herzlichen Dankesworten des Vorsitzenden Florian Weber folgten die beiden Zugaben. Den Anfang machte der in Teilen fast zärtliche und dann wieder drückend-fordernde Marsch „Stars and Stripes forever“ mit dem die notierte Melodie virtuos umspielenden Flötisten Martin Reif. Den Abschluss bildeten die sich wiederholenden Motive von „Louie Louie“, zu dem die Musiker gefolgt von einem begeisterten Publikum den Saal verließen.