Musikverein Polch e.V.
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Für begeistertes Publikum in total ausverkauftem Forum Polch verging die Zeit wie im Flug

Musikvereins Polch gibt grandioses Herbstkonzert


Unter dem Motto „In The Air Tonight“ überzeugte der Musikverein das Publikum mit einer hochwertigen musikalischen Gesamtleistung sowie klanglichen Ausgewogenheit und überraschte mit einem Repertoire aus unterschiedlichsten Genres der Musik.

Bereits vor Beginn des Konzertes platze das Forum Polch aus seinen Nähten, wodurch kurzer Hand Trennwände zum Foyer entfernt wurden, um den über 500 erwartungsvollen Zuschauern den benötigten Platz zu bieten. Der musikalische Leiter Jonas Häring (30) eröffnete das Konzert des Musikverein Polch mit dem „Halbklassiker“ Zarathustra 2000, einer Rockversion des bekannten Symphoniestücks „Also sprach Zarathustra“. Während dieser Ouvertüre begrüßte der schwungvoll und eloquent, mit Charme und Witz durch das Programm führende Moderator Bernhard Wibben die Zuschauer.

Der Rock-Symphonie folgten harmonischere Titel mit innerer Differenzierung. „Hindenburg“ beschreibt die Imposanz des behäbigen Fluges des Luftschiffs LZ129 sowie die Dramatik des Absturzes und die anschließende Fassungslosigkeit. Eine gelungene Kadenz, gespielt von Klarinettistin Anne Diensberg, leitete über von der Stimmung der Ohnmacht des Absturzes zum anschließenden Trauermarsch. Die Musik erzeugte im gesamten Stück vor allem durch eine gelungene Dynamik Bilder in den Köpfen der Zuschauer, so dass das historische Ereignis fühlbar wurde. Hier war auch die professionelle Beleuchtung hilfreich, die Verein und Einzelakteure während des gesamten Konzertes gezielt in Szene setzte.

In der anschließenden Moderation zu einem Medley zum Musical „Aladdin“ lud Herr Wibben den Bürgermeister Verbandsgemeinde Maximilian Mumm zu einer spontanen Runde auf seinem fliegenden Teppich ein. Orientalische Harmonien und lockerer Swing wurden gefolgt von einer orchestralen Hymne. Beim Stück „A Whole New World“ wussten Anna Weber und Elisa Schmitt mit einem gekonnten Duett-Solo zu überzeugen. Im Anschluss wurde zum ersten Mal für diesen Abend thematisch die Erde verlassen. „Star Trek Through The Years“, bei dem diverse Titelmelodien unterschiedlicher Star Trek-Serien verarbeitet wurden, entführte das Publikum mit den bekannten typischen Spannungen und komponierten Disharmonien sowie Rhythmen in die Tiefen des Weltalls. In irdischer Atmosphäre wartete nach diesem Stück erneut ein Luftschiff. Der klassische Marsch „Graf Zeppelin-Marsch“ mit einem Wechsel aus Stakkato und Legato wurde akzentuiert und schwungvoll präsentiert. Im Anschluss wurde das Publikum in die Pause in das zum Thema des Abends gestaltete Foyer entlassen, wo auch originale Sitzreihen aus einem Flugzeug aufgebaut waren.

Nach der Pause wurde das Publikum zunächst gebeten, für den Titel „Fasten Seatbelts“ die Sicherheitsgurte anzulegen. Zu Anfang des Stücks führten dann die Stewardessen Cordula Witte und Katharina Veit die Sicherheitseinweisung durch. Dabei wurden sämtliche Details wie das Anlegen von Sauerstoffmasken oder das Benutzen von Papiertüten für den Ernstfall mit dem Publikum erprobt. Anschließend gab es vom Servier- und Servicewagen eine kleine Stärkung für das Publikum.

Das nächste Stück „Gonna Fly Now“ war im vergangenen Jahr durch eine Abstimmung vom Publikum ausgewählt worden. Ein klassisches Intro des knackigen und auch in große Höhe brillierenden Trompetensatzes wurde in diesem Jahr hinzugefügt. Florian Schmitt an der Gitarre und Lukas Bierbrauer am Bass begeisterten das Publikum mit überragenden Solos.

Ein zweites Mal wurde die Erde für den Abend verlassen. Beim Jazz-Klassiker „Fly Me To The Moon“ von Frank „Ol‘ Blue Eyes“ Sinatra, welches kombiniert wurde mit dem Stück „Lucky“ wusste Michael Veit mit seiner Stimme in voller Jazz Manier und großem Stimmumfang zu überzeugen. Ein wahrer Big-Band Sound wurde vom Musikverein dargeboten und erweiterte die Breite seines Repertoires.
Das folgende Stück „I believe I Can Fly“ wurde in einer Solo-Version für Tenor-Saxophon aufgeführt. Mit vollem Klang, sicheren Läufen und professioneller Dynamik begeisterte und verzauberte Katharina Veit das Publikum. Die anschließende Rock-Ballade „Stairway to Heaven“ war geprägt von einer stimmigen Interpretation und einem erstklassig auf das Polcher Blasorchester abgestimmten Arrangement. Viele Solisten zeigten ihre Vielseitigkeit und ihr Können auch auf anderen Instrumenten. Claudia Weber, bei den anderen Stücken am Tenorsaxophon und ihr Mann Florian Weber, erster Trompeter des Vereins, überzeugten in diesem Stück auf der Alt- und Tenor-Blockflöte. Anschließend übernahm Sebastian Schmitt an der Trompete die Melodie, bevor ein grandioses Gitarrensolo des ansonsten auf dem Altsaxophon spielenden Florian Schmitt das Stück in seiner Komplexität und Mannigfaltigkeit abrundete.

Mit dem „Star Wars Disco Medley“ wurde der offizielle Teil des Konzerts beendet. Insbesondere die „Cantina Band“ musste auf Wunsch der Zuschauer diverse Male ihre Nummer wiederholen, bevor Joshua „Darth Tuba“ Hellmann die Band mit dem „Imperial March“ unterbrach. Mit Hilfe eines Lichtschwertes gelang es Dirigent Jonas Häring, „Darth Tuba“ in die Flucht zu schlagen.

Der restlos ausverkaufte Saal wollte den Musikverein allerdings noch nicht gehen lassen. Und bei dem diesjährigen Motto „In The Air Tonight“ durfte natürlich ein Titel nicht fehlen. Das Stück „In The Air Tonight“ von Phil Collins eröffnete die Zugaben. Die Gesangsstimme wurde unnachahmlich, zugleich einfühlsam und kraftvoll, von Jonas Weber am Bariton interpretiert. Im zweiten Teil des Stückes wurde eine wahre Quadrophonie präsentiert. Zusätzlich zum Drumset auf der Bühne heizten weitere vier in der Halle verteilte Schlagzeuge dem Publikum so richtig ein und spielten das bekannte „Fill“ aus dem Stück gemeinsam und auch versetzt. Jan Adams, Lukas Bierbrauer, Jonas Heinrich, Bjarne König und Sebastian Schmitt „drummten“ individuelle großartige Solos und spielten anschließende ein „Call-Response“ mit Bühne und Halle.

Der Musikverein Polch verabschiedete sich mit dem klassischen „Fliegermarsch“ von seinem Publikum, das nicht mehr auf den Stühlen sitzen bleiben konnte. Viele begeisterte Rückmeldungen begleiteten die Musiker auf dem Weg ins Foyer. Hier waren sich Musiker und Zuhörer einig. Man hatte einen kurzweiligen und abwechslungsreichen Abend erlebt, wo hohes musikalisches Niveau auf sympathische Art in einer Frische und harmonischen Geschlossenheit interpretiert wurde, die sich nicht nur auf der Erde, sondern auch im Weltall sehen und vor allem hören lassen kann.